Sieben Frauen retten kleine Laurentiuskapelle

Initiativkreis gruendet sich vor 20 Jahren in Damme /
Engagement nach Renovierung des Gotteshauses
Von Klaus-Peter Lammert

Ein Schmuckstueck:
20 Jahre nach der ersten Aktion
zur Rettung der Laurentiuskapelle
sind die Dammer froh, dass das
Gotteshaus Anfang der 1990er Jahre
nicht abgerissen wurde. Foto: Lammert

 
Sieben Frauen: Inge Sauerwald, Christel Schaper,
Karin Fischer, Werra Wehming, Renate Spielker,
Elsbeth Voerding und Christina Neus (von links)
kuemmern sich um das Gotteshaus. Foto: privat

 

Damme - Die Zeichen standen Anfang der 1990er Jahre nicht gut fuer die kleine Laurentius-kapelle. Marode, baufaellig, Abriss - das waren Worte, die im Zusammenhang mit dem 1905 geweihten Gotteshaus fielen. Und das waere moeglicherweise dem Bagger zum Opfer gefallen, haetten sich nicht ab Mai 1991 sieben Frauen - spaeter nur als Kapellenfrauen bezeichnet - fuer den Erhalt stark gemacht und mit Aktionen Geld fuer die Renovierung der Kapelle gesammelt.

20 Jahre danach gibt es diese Fraueninitiative immer noch. Und immer noch kuemmert sie sich mit viel Hingabe um das Gotteshaus, dass baulich laengst in Schuss ist. Renate Spielker, Inge Sauerwald, Christel Schaper, Werra Wehming, Elsbeth Voerding und Christina Neus und Karin Fischer - die beiden letzteren stiessen nach dem Ausscheiden der beiden Gruendungsmitglieder Helga Paschkowski beziehungsweise Monika Luederwald zur Gruppe - kuemmern sich heute vor allem um die Reinigung, die Blumen oder das Waschen der Altardecken.

Anfangs war ein anderes Engagement notwendig. Geld musste her. "Unsere erste Aktion fand beim Stadtfest 1991 statt. Wir hatten zwischen Schaper und der Polizei ein kleines Zelt aufgebaut. Es gab Kaffee und Kuchen sowie einen Flohmarkt", erinnert sich Renate Spielker, damals Mitglied des Gemeinde-kirchenrates der evangelischen Kirchengemeinde. "Der Erloes lag bei 2000 Mark, viel mehr, als wir erwartet hatten", sagt Inge Sauerwald. Viele weitere Aktionen sollten folgen.

Die Frauen setzten erste Zeichen, fuehrten Gespraeche mit dem Gemeindekirchenrat und machten klar, dass sie die Kapelle erhalten wollten. Der Gemeindekirchenrat wiederum redete mit dem Oberkirchenrat. Der beauftragte schliesslich einen Restaurator, der sich das Gotteshaus ansah und festlegte, was zu tun ist. Die allererste Massnahme war der Einbau einer neuen Tuer. Die kam aus der Jugendwekstatt. Selber Hand mit an legten die Frauen beim Entfernen der Wandfarbe. Mit Skalpellen und Messern trugen sie einen Teil der Schichten ab, der Kirchenmaler uebernahm den Rest. Der heutige Anstrich ist dem aus dem Jahr 1905 nachempfunden. Weitere Arbeiten folgten im Laufe der Jahre, so das Freilegen des Altarfensters, der Bau der Drainage um die Kapelle oder die Restau-rierungen der Kanzel und Baenke. Am 26. August 1995 war es soweit, die Frauen waren am Ziel: Die renovierte Kapelle wurde mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht.

"Ich bin sehr froh, dass wir uns ab 1991 fuer die Kapelle eingesetzt haben", sagt Renate Spielker. Die grosse Hilfe aus der Bevoelkerung, die die einmalige Verbundenheit ueber alle Konfessionen hinweg mit dem Gotteshaus zeigt, erfreut die Frauen noch immer. "50 Prozent der Spender waren katholisch", erklaert Inge. Sauerwald. Eines ist klar: Sie wird sich wie die anderen sechs Frauen auch so lange weiter um die Kapelle kuemmern, wie sie dazu in der Lage ist. Schliesslich ist sie ihr ganz besonders ans Herz gewachsen.

Quelle: OV vom 19. Mai 2011



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