Wie alles begann - ueber den Anfang des Gemeindelebens in Damme
(Pfarrer Hans Georg Berg zum 10 j. Jubilaeum)
 
Mit dem Reformationsgottesdienst am Nachmittag des 31. Oktober 1945 wurde der neue Anfang des Gemeindelebens in Damme gesetzt. Das war zugleich Pro- gramm und Zielsetzung fuer eine Gemeinde, deren Glieder mit dem lutherischen Katechismus gross geworden waren. Nichts anderes konnte die Mitte der Verkuendigung sein als die Botschaft von der Rechtfertigung des Suenders aus Gnade durch Glauben.

Das hat uns tragen, durchrichten und troesten wollen, die wir in der Stunde der grossen Katastrophe unseres Volkes in tiefer innerer und aeusserer Not uns unter dem Worte Gottes zusammen finden konnten. Von daher gehoerte zu den vordringlichsten Aufgaben der ersten Zeit die Einrichtung von Gottesdiensten in den Aussendoerfern, die Aufnahme des Religionsunterrichtes einschliesslich des kirchlichen Unterrichtes, die Einrichtung des Kindergottesdienstes in Damme und der Bibelstunden in Damme, Osterfeine und Rottinghausen. Da aber die Gemeindebesuche in den verstreuten Gemeindebezirken als unabweisbare und entscheidende Aufgabe geboten waren, ergab sich sehr bald die Notwendigkeit der Mitarbeit einer Katechetin, die sich zugleich auch der Arbeit des Hilfswerkes fuer die Gemeinde annahm. Mit Schwester Ursula Unger fuehrte uns Gott einen Menschen zu, der in den folgenden Jahren mit Liebe und Eingabe, gegruendet im Worte Gottes, im Aufbau des Gemeindelebens einen unschaetzbaren Dienst geleistet hat.

Waehrend sich die Pfarrfrau die Gruendung eines Kirchenchores und dessen Zuruestung fuer die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste angelegen sein liess, fand sich bald ein Gemeindeglied als Organistin, die diesen Dienst mit Treue versah. Als wir der Kapelle einen neunen Innenanstrich ver- leihen konnten, liessen wir zwei Bibelsprueche an die rechte und linke Innenwand der Kapelle malen. Der eine Spruch lautet: "Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost“ (Jeremia 15,16), der andere: „Wir haben hier keine bleibende Stadt!"  (Hebraeer 13,14). In elementarer Weise sind uns diese Worte in jener Zeit zu einer persoenlichen Erfahrung geworden. Hatten wir in

beaengstigender Fuelle die Weihnachts- gottesdienste 1945 und die erste Konfir- mation mit 10 Konfirmanden im Fruehjahr 1946 in unserer Kapelle gefeiert, so fuehrten wir im Laufe des Jahres bei der wachsenden Zahl der Gemeindeglieder, die im Zusammenhang der Vertreibung zu uns kamen, zwei Gottesdienste ein. Das war aber auch nur eine Uebergangsloesung. Im Jahre 1947 siedelten wir mit unseren Erwachsenen-Gottesdiensten in das Kolpinghaus hinueber, in dem nun auch groessere gesamtgemeindliche Veranstaltungen, wie Missionsfeste, durch die Rheinische Mission  und die Norddeutsche Mission und Evangelisationen - dabei denken wir heute noch in Dankbarkeit des Dienstes von Doktor Mosalkow - durchgefuehrt wurden. Die Frucht dieser Evangelisationen war ein Gebetskreis, dem die Vertiefung des geistlichen Lebens ein Herzanliegen war, Hand in Hand ging damit die aeussere Konsolidierung des Gemeindelebens durch nach Weisung von Oberkirchenrat erfolgter Begruendung des Gemeindekirchenrates vor sich, dessen Beschluesse laut Kirchenordnung verbindlichen Charakter hatten. Ein nicht unwesentlicher Beschluss war damals die Beschaffung des Gelaendes fuer die Anlage eines Friedhofes. Als uns nach laengeren Verhandlungen solches in der Naehe der alten Jugendherberge zuge- sprochen wurde, haben nicht wenige Ge- meindeglieder sich tatkraeftig fuer die Herrichtung des Platzes eingesetzt. Unter dem grossen Kreuz mit der Inschrift: "Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben" haben wir unsere Ostermetten gefeiert und an der Staette des Todes und Vergehens die Botschaft von der Auferstehung und vom Sieg des Lebens in Jesus Christus unserem Herrn und Heiland in Wort und Lied als den einzigen Trost im Leben und im Sterben bezeugt. Dieses Zeugnis moechte in der Gemeinde nicht verstummen, einer Gemeinde, die mit ihrem Seelsorger und dessen Familie in dunkelster Zeit die Wahrheit und Wirklichkeit des Wortes Gottes erfahren durfte.




Bevor  die ev.-luth. Kirchengemeinde in Damme einen eigenen Pfarrer bekam, wurde sie von Neuenkirchen aus betreut. Pfarrer Hans Georg Berg war von 1945 –1952 Pfarrer unserer Gemeinde in Damme.

 


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