Geistliches Wort 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Jahreslosung hat uns Hoffnung gemacht und ein Vorbild gegeben.

Jesus Christus spricht. "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen."

Wie werden wir diese Worte empfinden, wenn wir diesen Gemeindebrief im Sommer lesen?

Wie viele Menschen werden bis dahin und dann immer noch Aufnahme wuenschen bei uns? Wie schwer oder leicht wird es uns fallen, genauso zu denken wie Jesus?

Oder geht es nur um das Religioese in diesen Worten? Dann stellen sich auch Fragen: macht Jesus sein Versprechen wahr fuer alle Menschen, die zu ihm kommen und beten um Beistand und Hilfe in ihren Noeten? Aus allen Laendern, aus allen Parteien, aus allen Generationen, aus allen Berufsgruppen kommen Menschen zu Jesus. Sie bringen ihre Lebensweise und ihre Ueberzeugungen mit, die oft genau entgegengesetzt zu den Wuenschen und Hoffnungen von anderen Menschen liegen.

Wenn Jesus wirklich keinen von diesen abweist, koennen wir das ertragen oder wenden wir uns ab, weil es so ungerecht erscheint? In unseren Gottesdiensten fehlen seit Beginn des Krieges 


mehr Menschen als waehrend der Corona - Zeit mit ihren Einschraenkungen. Ich fuerchte, das hat etwas zu tun mit dem Gefuehl von aufgenommen sein oder abgewiesen werden.

Wir sind als Mit - Menschen, als Christen - Menschen herausgefordert. Ob wir uns immer richtig entscheiden, wenn es um aufnehmen oder abweisen geht? Vielleicht erschrecken wir auch einmal aehnlich, wie es in diesen Tagen Anfang April viele Politiker tun, die fruehere Entscheidungen heute fuer falsch halten. Vielleicht haben wir einmal den Wunsch, die Richtung unserer Entscheidungen zu aendern oder etwas wieder gut zu machen, das sich als schwerwiegender Fehler herausgestellt hat.

Auch dann gilt das Versprechen von Jesus: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abwiesen“

Ich wuensche mir fuer unser Miteinander in der Gemeinde, dass wir im Gespraech bleiben und offen bleiben fuer neue Einsichten und unerwartete Ansichten. Und den Mut und die Hoffnung haben, die eigene Richtung zu aendern, wenn wir uns einmal geirrt haben.

Ihre/Eure Pastorin Wiebke Range,

geschrieben am 5. Sonntag der Passionszeit 2022


 


webdesign © 2005 by M.Berndt & purework.de. All rights reserved.
No reproduction of text, images or any other content without prior permission.